Jugendherberge hinter5 asterix004c

Eine Stätte der Begegung

Am Ortsausgang von Afholderbach zweigt rechts eine Straße ab in ein Tal, an dessen Ende sich das heute 141 Einwohner zählenden Dörfchen Sohlbach befindet.Eingeschlossen von hohen Wäldern führt es noch, fernab vom Lärm und der Unruhe des Alltages, ein friedliches, man könnte schon sagen – ein verträumtes Dasein.

Als nach dem 1. Weltkrieg Wilhelm Münker aus Hilchenbach, der Mitbegründer des Deutschen Jugendherbergswerks, weiter Übernachtungsmöglichkeiten für die Wanderjugend suchte, fand er hier ein schlichtes Bauernhaus, das nach entsprechendem Umbau, wohl seinen Vorstellungen entsprach. Im Jahr 1924 begann man mit den Änderungsarbeiten und am 12.September 1926 konnte die Einweihung als Jugendherberge vorgenommen werden.Die Chronik schreibt darüber:
„Auf Anregung von Münker und Buck wurde in dem kleinen Siegerländer Dorf Sohlbach b. Netphen ein Bauernhaus aufgekauft , das unter der fachkundlichen Hand des Baumeisters Brinkmann aus Herscheid sich in eine schmucke Bleibe mit 60 Betten verwandelte.

Der Tag der Einweihung war ein Volksfest; der frische Geist der Jugend und die zündenden Ansprachen von Schirmann, Münker und Dr. Weber-Münster bewogen die Bevölkerung des Ortes, sich dem Herbergsverband mit je einem Mitglied in jedem Haus anzuschließen, ein in unserem Vaterland wohl einzigartiger Erfolg.“

Recht wechselvoll ist die Geschichte dieser kleinen Jugendherberge, die zunächst für 15 Jahre in den Händen des damaligen Ortsvorstehers Karl Klein lag. Während des 2. Weltkrieges diente das Haus als Kinderheim des Johann-Moritz-Stiftes in Siegen. Als es dann 1948 wieder die Funktion als Jugendherberge übernahm, leitete bis 1954 die Tochter des ersten Herbergsvaters, Maria Klein, das Haus. Bis zur Übergabe an den Sauerländischen Gebirgsvereins, Abt. Siegen, sind noch Hilde Kalisch, Jutta Schmidt und Brigitte Hakus zu nennen.

Die landschaftlich bezaubernde Lage und die Lage der Jugendherbergen in Hilchenbach,
Littfeld, Freusburg und Siegen ließen die Zahl der Übernachtungen schnell ansteigen, die 1949 schon 7407 betrug.

Die höchste Übernachtungszahl wurde 1961 mit 8469 registriert. Es kamen nicht nur jugendliche Einzelwanderer, auch Familien, Wandergruppen, sowie Schulklassen von Volks- und Realschulen fanden hier Unterkunft. Erholungsfreizeiten, Lehrgänge und Tagungen fanden in dem so reizvoll gelegenen Haus statt, es war stets ein Kommen und Gehen.

So manches Lied klang durch das sonst so stille Tal, Banden der Freundschaft wurden geknüpft, es war wirklich eine Stätte der Begegnungen und des Sichverstehens.

Der Wandel unserer Zeit machte auch an solchen Einrichtungen nicht halt. Den modernen Ansprüchen genügte das schlichte Haus nicht mehr. Was tun? Eine entsprechende Renovierung hätte gewaltige Summen verschlungen, hätte wohl auch nicht zu dem äußeren Erscheinungsbild des Hauses gepaßt.

So entschloß man sich 1972, das Haus an den SGV – Abteilung Siegen – zu verkaufen, der es zu einem Wanderheim umgestaltete. Bis zu jenem Tage (26.9.72) konnten noch 1177 Übernachtungen gemeldet werden, d.h. 21 Übernachtungen je Bett.

So ist das Haus bis 1997(verkauft an privat) so geblieben, was es 52 Jahre lang war: Treffpunkt für Menschen, die Entspannung suchen, die in Gottes freier Natur, losgelöst von den Belastungen des Alltags, einmal sich selbst finden, aber auch – und das nicht zuletzt – Geselligkeit pflegen.
 

[Sohlbach] [Über uns] [Freistaat] [Örtlichkeiten] [Chronik] [Natur] [Der Dorfhirte] [Jugendherberge] [Brauchtum] [Foto-Archiv] [Ferienwohnung] [Schützenverein] [Termine] [Impressum] [Links] [Gästebuch]