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Weiher

Sohlbacher Weiher

Tulpen aus Sohlbach

Wer von Netphen aus über Eschenbach und Afholderbach rechts abbiegend, das Tal der Netphe aufwärts wandert, kommt in das idyllische gelegenen Ort Sohlbach. Da eine Verkehrsanbindung nach Osten, durch die steil abfallende Westflanke des Rothaargebirges nicht besteht, ist hier für Autofahrer eine Sackgasse und dadurch für den Ort eine gewisse Abgeschiedenheit und Ruhe geblieben.

Den engen Talkessel riegeln nach Afholderbach hin die Ausläufer des "Nöchel" und "Streithain" (548m) fast völlig ab, welche auch mit der dahinterliegenden "Alten Burg" (633) die Kraft der stürmischen Westwinde brechen.
Im Norden der "Nöchel, im Osten der "Dicke Rücken" (621m) mit den angrenzenden Höhen und im Süden der  “Breite Berg” (628m) umschließen schätzend den Talgrund, Vorraussetzung für die Bildung eines eigenen Kleinklimas.
Im Winter vermag die Sonne auf ihrer flachen Bahn kaum über den "Breiten Berg" zu scheinen und geht recht schnell hinter dem "Streithain" unter.
 Im Sommer hingegen wird das weite Rund der Südhänge voll eingestrahlt, so das die Wärme im Windschutz der Berge oft lastend auf dem Tal ruht.
So ist hier immer etwas mehr Winter und häufig mehr Sommer als in den durchweg offeneren Tälern des übrigen Siegerlandes.

Das Niederschlagsmittel ist mit 1250mm / Jahr recht hoch.
 Zahlreiche Quellen an den Hängen und sumpfige Bereiche im Tal sind die Folge davon. So konnte sich in diesen Refugien eine artenreiche Flora und Fauna fast ungestört behaupten, deren Vielzahl hier nur angedeutet werden kann, nur von einem wache Auge und Ohr wahrgenommen wird und den Fachmann immer wieder verblüfft. Geht man Richtung Sohlbacher Weiher, so kann man auf einer Strecke von nur einigen hundert Metern sieben verschiedene Farne bestimmen.

Findet am Dorfrand den Wiesen-Goldstern, auf halbem Wege zur "Strol" den gefleckten Aronstab und weiter oben unter dem Weiher das Torfmoos. Wenn man sehr viel Glück hat, ist der Eisvogel zu Gast. Viel häufiger jedoch streichen Fischreiher oder aufgeschreckte Enten auf. In den schlammigen Tümpeln am Fuße des Weiherdammes wimmelt es von Frosch- und Krötenlarven und die Molche haben ihr Hochzeitskleid angelegt und mit den farbenprächtig schillernden Elritzen zu wetteifern.
Unter dem Polster des goldenen Frauenhaarmooses kriecht bei warmen Regen der schockfarbene Feuersalamander hervor und die Unken lassen ihre glockchenhellen Lockrufe vom Teichufer her ertönen.

Ganz andere Lebensgemeinschaften finden wir auf der sonnenbestrahlten ehemaligen Sommerweide. Die Zahl der Gräser und Seggen durchsetzt mit Blütenpflanzen ist unübersehbar. Hier finden wir noch Zittergras und das sehr seltene Sandglöckchen, aber auch die auf dem Ginster schmarotzende gelbe Sommerwurz.
Ringelnatter, Blindschleiche und eine muntere Gesellschaft von Zauneidechsen huscht durch die Habichtskräuter, Platterbsen und Vogelwicke. Darüber kreist der Bussard auf der Suche nach Mäusen.
Bei Niedrigwasser in der Netphe hat man ihn aber auch schon beim Forellenfischen beobachtet. Zur Lützel hin, im Halbschatten des Buch- und Mischwaldes steht der Salomonssiegel, die quirlblättrige Weißwurz, das Maiglöckchen, die Einbeere und die Schattenblume. Auf der Höhe die Preißelbeere und im Nadelwald der Bärlapp und Fichtenspargel. Allein die Raritäten alle aufzuzählen, würde hier zu umfangreich werden.
Auch kann man kaum das vielstimmige Vogelgezwitscher in der Frühe unterscheiden, welches sich unterbrochen von den Rufen des Kuckucks den ganzen Tag hinzieht bis die Drosseln ihren abendlichen Gesang von den höchsten Baumwipfeln anstimmen und die Dämmerung hereinbricht, mit der die Fledermäuse ihre lautlose Insektenjagd beginnen.

Die Stille der Nacht wird freilich noch vom Bellen eines Fuchses oder dem Ruf eines Kauzes zerrissen um bald darauf im Gemurmel der Netphe aufgefangen zu werden.

 

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